Bitcoin – Chance und Risiko

Vor fast 4 Jahren habe ich mein Motorrad und eine Kamerausrüstung verkauft und den Erlös in Bitcoin investiert. Für 14’000 € bekam ich damals 20 Stück. Heute sind meine beiden Coins rund 16’000 € wert. Mithin habe ich trotz „Bitcoin Crash“ mein Kapital verzehnfacht. Keine schlechte Rendite in Zeiten von Nullzinsen…
In diesem Artikel erzähle ich Dir, warum ich Bitcoin für eine großartige Idee halte und warum ich dennoch im Moment nur 2 Bitcoin besitze.

Ich glaube zwar nicht daran, dass wir jemals unsere Brötchen mit Bitcoin bezahlen werden und doch kann ich dir nur dazu raten, dich möglichst bald mit ihm zu befassen.
Bitcoin ist der Enstieg in die Welt der Kryptowerte und die beginnt sich gerade erst zu entwickeln.

Die grosse Chance

Bitcoin wurde nach der (vorerst) letzten großen Finanzkrise als Alternative zu den korrumpierbaren Zentralbankwährungen geschaffen.

Die haben in den knapp hundert Jahren ihrer Existenz unfassbares Leid über die Menschheit gebracht. Das Massenschlachten der beiden Weltkriege wurde erst durch das praktisch wertlose Geld der Zentralbanken finanzierbar. Kein Gold der Welt hätte dafür ausgereicht.

Geldhaufen von Euro Papiergeld

Die Folgen konnte man in den gigantischen Inflationen sehen. Millionen Menschen haben ihr Leben in sinnlosen Kriegen gelassen, weitere Millionen ihre Vermögen verloren.

Das 20. Jahrhundert hat die größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte gesehen, weil die Golddeckung des Geldes nur durch eine nahezu beliebig erweiterbare Fiktion ersetzt wurde. Wir nennen sie Fiat-Währungen, dem lateinischen Ausdruck für „es werde“, „es sei“.

Gerade erleben wir eine weitere, nie dagewesen Geldschöpfung dieser Art.

BITCOIN IST NICHT INFLATIONIERBAR

Zentralbankwährungen sorgen dafür, dass die Armen arm bleiben und die Reichen immer reicher werden. Denn sie werden von Regierungen herausgegeben und bedienen sich eines Systems von lizensierten Mittelsmännern. Banken sind der sichtbarste Teil davon.

Zentralbankwährungen sorgen dafür, dass die Armen arm bleiben und die Reichen immer reicher werden.

Bitcoin gibt nun erstmals in der Geschichte der Menschheit jedem Einzelnen die Möglichkeit an die Hand, sein Vermögen selbst zu verwalten. Ohne von jenen Parasiten abhängig zu sein.
Darin ähnelt er dem Gold, der einzigen, echten Währung seit 5.000 Jahren.

Doch sogar Gold wurde bald von den Mächtigen inflationiert, indem den Legierungen für neue Münzen immer mehr unedlere Metalle beigemischt wurden, oder existierende Goldmünzen plump beschnitten wurden. Hast du dich noch nie über die komischen achteckigen Münzen gewundert?
So begann Inflation!

Aus diesem Grund ist und bleibt die Geldschöpfung das Privileg der Regierenden.
Eine Unze Gold ist nicht fälschbar, egal wessen Porträt sie trägt. Fälschbar wird nur die Münze, welche vorgibt den Wert einer Unze Gold zu haben und doch immer mehr Kupfer enthält.

Dank seines genialen Algorhytmus ist Bitcoin nicht fälschbar. Er ist auch nicht inflationierbar, denn dank des gleichen Algorhythmus kann es nie mehr als 21 Millionen Stück geben. Das ist bisher einmalig in der Geschichte der Menschheit.

BITCOIN IST EIN AUSGEZEICHNETER WERTSPEICHER

Wenn genug Menschen an Bitcoin glauben und einen Teil ihres Vermögens in Bitcoin halten, ist er so gut wie Gold. Dabei jedoch sehr viel einfacher und sicherer zu lagern und zu übertragen. Einfach von Smartphone zu Smartphone. Der größte Nachteil des Edelmetalls fällt damit weg.

Daher wird Bitcoin als digitales Gold bezeichnet und als mögliche Reservewährung gehandelt. Enthusiasten sehen bereits den „Der Bitcoin Standard“ kommen. Es ist der Titel eines sehr lesenswerten Buches und eine schöne Utopie.

Bitcoin beutet Freiheit. Ich wünsche ihm, dass er sich verbreitet und möglichst alle Menschen dieser Welt von seinen nie dagewesenen Möglichkeiten profitieren. Es wäre eine bessere Welt!

Doch genau deshalb glaube ich nicht daran, dass es dazu kommen wird.

Die Risiken

BITCOIN IST KEIN ZAHLUNGSMITTEL

Auch wenn Bitcoin sehr gut als Wertspeicher oder für die Übertragung großer Summen geeignet ist, eignet er sich nur schlecht als Zahlungsmittel für kleinere Beträge. Aufgrund der Blockgeschwindigkeit von 10 Minuten, dauert die Bestätigung einer Zahlung für Alltagsvorgänge einfach zu lange.
Es gibt zwar verschiedene Lösungsansätze für dieses Problem, doch haben sich diese bislang noch nicht verbreitet. Meist sind immer noch 3 Bestätigungen für eine Zahlung erforderlich, was mindestens 30 Minuten, je nach Auslastung des Netzes bis zu einigen Stunden dauern kann. Bei hohen Beträgen völlig in Ordnung – für Mikrozahlungen völlig unpraktikabel.

Warum sollte auch der Kauf einer Fahrkarte auf alle Zeiten auf sämtlichen Rechnern der Bitcoin Blockchain gespeichert werden? Das ist wirklich wie mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
Auch in diesem Punkt passt der Vergleich mit Gold. Beim Bäcker wurde auch nicht mit Goldmünzen bezahlt, dafür gab es Silber-und Kupfermünzen.

SEHR HOHER ENERGIEAUFWAND

Die Einträge in neue Blocks, die Bitcoin-Blockchain, werden durch das Lösen einer komplexen Rechenaufgabe von den Minern verifiziert. Nach derzeitigen Schätzungen verbraucht das Bitcoin-Netzwerk ungefährt so viel Strom wie ganz Österreich.

Der hohe Energieverbrauch des Bitcoin-Netzwerks ist jedoch kein Fehler, sondern eine Funktion. Um Einträge in der Blockchain verändern zu können, müsste sich ein Angreifer 51% der Rechenleistung sichern und das ist schlicht unbezahlbar.
Noch eine, gewollte, Parallele zum Gold. Denn Gold zu schürfen, ist ebenfalls teuer. Hier liegen die Kosten bei rund $900 pro Unze.

BITCOIN HAT EINEN SCHLECHTEN RUF

Bitcoin blieb fast zehn Jahre lang im Verborgenen, ohne dass sich die breite Öffentlichkeit dafür interessiert hätte. Dann explodierte der Kurs in Rekordhöhen von nahezu 20’000 Dollar, um kurz darauf genauso spektakulär abzustürzen.
Bitcoin hat gezeigt, was drinsteckt, doch wird seither von einer Spekulationsblase gesprochen. Die Mainstream Medien lassen kein gutes Haar daran. Wenn überhaupt berichtet wird, dann meistens mit einem warnenden Unterton.

Wenn ich Menschen auf Bitcoin anspreche, denken sie an die Währung des Darknets und kriminelle Geschäfte. Dass die Akteure, die sich auf die angebliche Anonymität von Bitcoin verlassen haben, hinter Gitter gewandert sind, weiß natürlich niemand. Selbstverständlich warnt auch die Finanzindustrie nahezu geschlossen davor, Geld in Bitcoin zu investieren.

Nobelpreisträger Milton Friedman hält ihn für Unsinn, Trump würde ihn nicht mit Zange anfassen und Warren Buffett hält Bitcoin gar für Rattengift. Doch Friedman nannte bereits das Internet nutzlos, Trump twittert ziemlich viel und Buffett hat den gesamten Technologie-Boom verschlafen, weil er nur Coca Cola versteht.

BITCOIN IST ZU UNBEDEUTEND

Aufgrund der fehlenden Unterstützung durch Politik, Medien und Finanzindustrie sind Kryptowerte, trotz der riesigen Chancen, die sie bieten, noch immer praktisch unbekannt. Nur ein paar Freaks, wie ich setzen darauf.

Marketkapitalisierung von Bitcoin im Vergleich zu anderen Assets

Die Kapitalisierung des gesamten Segments macht gerade mal ein Sechstel des Börsenwerts von Apple aus. In weltwirtschaftlichen Dimensionen betrachtet ist Bitcoin noch immer eine exotische Randerscheinung, die auch wieder verschwinden kann, wenn sie nicht schnell weiter wächst.

UNERWÜNSCHTE KONKURRENZ

Diese Randexsitenz könnte auch der Grund sein, warum sich die Regulierungsbehörden der Welt noch nicht die Mühe gemacht haben, eindeutige Aussagen zum Umgang mit Bitcoin zu treffen. In einigen Jurisdiktionen ist er verboten, doch die allermeisten sagen einfach gar nichts dazu. Warum auch? Denn nur 0,5% – 1% der Weltbevölkerung halten Bitcoin.
Das ist nicht gut, denn ohne international einheitliche Regulierung wird das „große Geld“ der institutionellen Anleger niemals in Bitcoin fließen und seinen Wert dadurch auf die prophezeiten Kurse treiben.

wie das Libra Zahlungssystem funktioniert

Das Facebook Libra-Projekt zeigt ganz klar in welche Richtung diese regulatorischen Ansätze gehen könnten. 2 Milliarden potenzielle User auf einen Schlag wären eine ernst zu nehmende Konkurrenz gewesen.
Deswegen haben die Aufsichtsbehörden der führenden Nationen deutliches Mißfallen bekundet, woraufhin sich die mächtigsten Unterstützer, wie PayPal, VISA und Mastercard, auch gleich wieder distanziert haben.
Libra liegt auf Eis, vorerst jedenfalls. So lange, bis die Lobbyisten ihre Arbeit getan haben. Die Regierungen sind pleite, Facebook schwimmt im Geld. Es wird eine Lösung geben.

BITCOIN KANN VERBOTEN WERDEN

Wird eine alternative Währung jemals zu einer ernsthaften Konkurrenz für Zentralbankwährungen, sehe ich die Gefahr restriktiver Maßnahmen bis hin zu Verboten. Umso mehr, als die Einführung von digitalem Fiat-Geld nur noch eine Frage der Zeit ist.
Auch wenn es die Fangemeinde anders sieht, kann ein Bitcoin Verbot ohne weiteres durchgesetzt werden. Seine Architektur ist zwar zensur-resistent, doch der Zugang über Exchanges kann ohne weiteres blockiert werden.
Wenn schon die simple Eröffnung eines Coinbase-Kontos eine ernsthafte Hürde für viele darstellt, kann ich mir nicht vorstellen, dass ohne die Dienste solcher Börsen mehr Menschen in eine, dann illegale, Währung einsteigen würden.

Venezuelas konfisziert Bitcoin

Auch Blockchains als solche sind angreifbar, da sie auf den Betrieb von Minern angewiesen sind. Diese verbrauchen viel Strom und sind darüber genauso leicht aufzuspüren, wie etwa indoor Marihuana- Plantagen. Dafür müßten sich natürlich sehr viele Staaten auf ein derartiges Vorgehen einigen, was wir Bitcoin Fans für unmöglich gehalten haben.
Der Umgang nahezu aller Regierungen mit Coronoia sollte uns jedoch eindrucksvoll vorgeführt haben, wie schnell sich nahezu alle Staaten der Welt auf extreme Maßnahmen einigen können. Genügend politischen Druck vorausgesetzt, geht das sehr schnell.

GOVERNMENT CRYPTO

Nahezu alle Zentralbanken arbeiten bereits an regierungseigenen Digitalwährungen. Venezuelas Petro war nur der erste Vorreiter, niemand nimmt ihn ernst, genau so, wie niemand Maduro ernst nimmt.
Doch wie sieht es mit einem digitalen YUAN aus? Eine solche Währung hätte (zwangsläufig) über eine Milliarde Nutzer. Die ersten Testnetze laufen inzwischen.
Auch die BIS, Bank für internationalen Zahlungsverkehr, sozusagen die Zentralbank der Zentralbanken, arbeitet mit Hochdruck an zentralisierten Digitalwährungen. Sie werden kommen, denn:

  1. Die Einführung solcher Währungen ermöglicht einen erneuten Währungsschnitt, wie wir ihn zuletzt bei der Einführung des Euro erlebt haben.
  2. Die lang erstrebte Bargeldabschaffung ist damit auf einen Schlag durchsetzbar.
  3. Rergierungen erhalten totale Kontrolle über den gesamten Zahlungsverkehr. Sie werden unabhängig vom Bankwesen.

Ein wahrer Traum für jeden Machtpolitiker und seine Finanziers. Du hältst es nicht für möglich?

Werfen wir einen Blick auf die immer noch andauernde „Corona-Krise“. Warum sollte auch diesmal die Mehrheit nicht wieder applaudieren? Das ganze für „eine gute Sache“ halten, die allen helfen wird, auch wenn sie einem persönlich gerade gar nicht gefällt? Die eigene Meinung hinten anstellen, zugunsten der « Allgemeinheit »?

Mit Bargeld werden schließlich Terror und Drogenhandel finanziert. Bargeld ermöglicht Volksschädlingen, sich vor der Steuerpflicht zu drücken und schadet damit auch Dir! Geldscheine und Münzen übertragen gefährliche Keime. Schade, aber weg damit!

Auch das wird wieder in den Medien rauf und runter gebetet werden, bis es jeder glaubt. Kritische Stimmen werden einfach gelöscht oder als „Verschwörungstheorie“ unglaubwürdig gemacht werden.

QUANTENCOMPUTER

Können Quantencomputer Bitcoin entschlüsseln

Es gibt sie schon! Allerdings sind sie noch nicht in der Lage, den Bitcoin Verschlüsselungs-Algorhytmus zu knacken. Auch wenn es Stimmen gibt, die behaupten, dass diese Supercomputer erst in 20-50 Jahren diese Leistungsfähigkeit erreichen können, stellen sie doch eine sehr ernstzunehmende Bedrohung dar.
Das Gefährliche daran ist, dass es niemand zugeben wird, über einen derartigen Supercomputer zu verfügen. Ähnlich wie die Engländer im 2. Weltkrieg geheim hielten, dass sie den deutschen Verschlüsselungscode geknackt hatten, werden wir lange Zeit nicht erfahren, wie weit die Entwicklung fortgeschritten ist.
Nicht umsonst werden bereits die ersten Quantum-resistenten Kryptowährungen entwickelt.

Fazit

Aus diesen Gründen halte ich nur 3 Bitcoin. Falls der Preis eines Bitcoin wirklich auf eine Million steigt, ist das genug. Fällt er dagegen ins Bodenlose, habe ich nicht viel verloren.
Spaß beiseite: ich habe in andere Projekte investiert, die ich für noch spannender halte. Denn, nahezu völlig unbemerkt von den Mainstream-Medien entsteht gerade das, was ich gerne als das „Internet des Geldes“ bezeichne.
Das Internet hat uns die Freiheit gegeben, Inhalte publizieren zu können, Waren und Dienstleistungen anzubieten und digitale Inhalte auf Abruf zu konsumieren. Auch dieser Beitrag ist Teil davon.

Was komplett fehlt, ist eine adäquate Zahlungsebene. Digitale Veröffentlichungen können nur über sperrige Abo-Modelle oder lästige Werbung monetarisiert werden. Eine Möglichkeit Kleinstbeträge in Echtzeit zu bezahlen, fehlt völlig.
Hier ist die gesamte, blitzschnelle, digitale Ökonomie noch auf Methoden des vorigen Jahrhunderts angewiesen. Sie sind langsam und teuer, denn das Geld ist monopolisiert und kann nur von Mittelsmännern bewegt werden. An beiden Enden jedes Zahlungsvorgangs steht immer noch eine Bank.
Das wird sich ändern und darüber spreche in meinem nächsten Beitrag!

Leben auf Mallorca – (M)eine gute Wahl

Mallorca statt Malle

Erzähle ich vom Leben auf Mallorca, höre ich oft ein leicht spöttisches “Ach Malle!” Fast immer von Menschen, die Medellin noch immer für die gefährlichste Stadt der Welt halten, von Paris schwärmen und in Ebersberg oder Erkrath wohnen. Wer “Malle” sagt, tut kund, dass er einfach keine Ahnung hat.

“Mallorca” habe ich mir vor vielen Jahren als Basis ausgesucht. Die Insel bietet hunderte günstiger Flugverbindungen in alle Städte Europas und das Klima ist auch im Winter sehr angenehm.

Ein mallorquinisches Sprichwort sagt: “Hab es nicht so eilig – Du kommst doch nie weiter, als bis zum Meer!” Die Lebensart ist entsprechend tief entspannt. Obendrein sind die Spanier so ziemlich die herzlichsten Menschen, die man sich vorstellen kann. Schlechte Laune und schwere Gedanken sind ihnen wesensfremd.

Nicht umsonst hat die ehrwürdige “London Times” Palma zur lebenswertesten Stadt der Welt erkoren.

Liebenswürdig und lebenswert

Palma ist eine sehr schöne Stadt. Das haben auch Millionen von Touristen schon irgendwann einmal gelesen. Wenn in der Saison gerade mal kein Strandwetter ist, werden die Straßen um die Kathedrale und der Paseo Borne von betont geschmacklos gekleideten Menschen überbevölkert. Doch wenn die Sonne untergeht sind die zum Abendessen in ihre Hotels, oder auf die Aida zurückgekehrt. Dann kann ich wieder ungestört durch die Gassen schlendern und in einer der vielen Bars ein Glas Wein mit einer leckeren Kleinigkeit genießen.

Ab Mitte September kehrt noch mehr Ruhe ein und im Winter ist man dann fast unter sich. Unter Einheimischen und einer bunten Mischung von Auswanderern, die mehr oder weniger dauerhaft auf der Insel leben.

Viele davon sind hergekommen, um einfach zu leben. Ein Leben ohne Termindruck, gesellschaftliche Verpflichtungen und ziemlich oft auch ohne die lästige Pflicht für Geld arbeiten zu müssen. So wie ich.

Ansonsten haben sich ein paar deutsche Ärzte niedergelassen, Handwerker und einiges an Gastronomie. Die gesamte Industrie rund um die Yachten ist dagegen vornehmlich in britischer Hand. Viele junge Leute aus Australien, Neuseeland und Südafrika verdingen sich als Crew, oder arbeiten in den Werften. Grob vereinfacht läßt sich sagen, dass die meisten Ausländer entweder mit Booten, oder mit Gastronomie zu tun haben.

Oder natürlich mit Immobilien. Sehr viele Auswanderer verdienen ihr Geld damit, anderen Auswanderern Häuser zu verkaufen, oder diese in Schuß zu halten, wenn die glücklichen Besitzer doch mal wieder woanders sein müssen.

Die Branche boomt. Wo vor ein paar Wochen noch eine Bankfiliale zu finden war, gibt es nun schon wieder ein neues Immobilienbüro. Ich frage mich, wie sie alle existieren können.

Das Leben auf Mallorca ist entspannt

„Auf Mallorca musst du arm aussehen!“ Sagt mein Vermieter und der stammt aus einer der ältesten Familien der Insel. Arm ist er natürlich auch nicht. Hier wird dich niemand schief ansehen, wenn du in Shorts und verwaschenem T-Shirt aus einem verbeulten Auto steigst. Ganz im Gegenteil lächeln wir Eingesessenen über die Neulinge mit dem Porsche Cayenne und Hosen in schreienden Farben. Dieses Jahr vorzugsweise in Maisgelb oder Türkis, für die Damen dürfen es großflächig bedruckte Seidenblusen sein.

Das legt sich. Den SUV in eines der, für Kleinwagen gebauten, Parkhäuser zu manövrieren ist die Hohe Schule des Autofahrens. Und selbst wenn du es ohne Beulen und Schrammen geschafft hast… Jemand, der nicht so gut fahren kann erledigt das gern für dich. Natürlich steckt Dir dieser Jemand auch keine Visitenkarte unter den Scheibenwischer. Für Spanier haben Autos einen anderen Stellenwert. Deswegen wird sich auch kein Beobachter das Kennzeichen des Sünders notieren.

Ich habe mein Carrera Cabrio nach dreimal lackieren und einem aufgeschlitzten Verdeck verkauft. Der alte SL 500 folgte vor ein paar Monaten, jetzt fahre ich Roller oder Taxi.

Mit der Kleidung ist es ähnlich. Wer sich herausputzt ist einfach falsch angezogen. Wer will das schon auf Dauer? Ich genieße es, auch mal noch unrasierter und in Badeshorts einkaufen zu gehen.

Den Dauerstress des „Mithalten Müssens“ beim unreflektierten Konsum gibt es auf Mallorca gerade mal bei der morgendlichen SUV Parade vor den internationalen Privatschulen. (Siehe oben) Wer Wert auf diese Art gesellschaftlichen Lebens legt, weil er sich noch immer etwas beweisen muss, wird sich hier nicht so recht wohlfühlen.

Im Hafen von Palma liegen übrigens mehr Superyachten als in Monaco. Wer hier meint, der Größte sein zu wollen, tritt nicht gegen Sparkassenvorstände an sondern gegen Milliardäre.

Auf der anderen Seite der Skala sieht es bedeutend weniger entspannt aus. Aufgrund hohen Wettbewerbs, ist es auf der Insel schwierig geworden, sich ein Geschäft aufzubauen. Als Angestellter zu arbeiten, ist wegen der geringeren Löhne noch weniger lustig. Die Lebenshaltungskosten sind etwa gleich wie in Deutschland, in Palma sogar höher.

Arm auszusehen ist durchaus cool hier, arm zu sein jedoch bedeutend weniger. Wer es sich nicht leisten kann, sollte vielleicht lieber im schlechten Wetter bleiben und sich die Bude vom Staat heizen lassen.

Gesunde Ernährung leicht gemacht

Außerhalb von Palma und den touristischen Brennpunkten ist das Leben auf Mallorca noch stark bäuerlich geprägt. Dem Umstand ist es zu verdanken, dass ein großes Angebot frischer Lebensmittel in guter Qualität auf den Markt kommen. Markt meine ich dabei wörtlich, denn allein in Palma gibt es fünf kommunale Markthallen, in welchen die Produzenten ihre Waren fast direkt vom Feld anbieten. Wer es möchte könnte sogar lebende Hühner, Lämmer oder Schweine zum selbst schlachten kaufen.

Das ist nicht nur sehr, sehr preiswert, sondern auch unglaublich gut. Wer im Supermarkt einkauft, hat schon lange vergessen, wie reifes Obst und Gemüse überhaupt schmecken. Vom Geschmack ganz abgesehen, fallen hier auch keine langen Transportwege und Energiekosten für Kühlung an. Es gibt auch keinen Verpackungsmüll, wenn ich mit meinem Rucksack zum Markt gehe. Ich glaube nicht an die Klimareligion, doch dass es auf der Welt viel zu viel Müll gibt habe ich schon oft genug mit eigenen Augen gesehen.

Seit ich auf Mallorca lebe, habe ich praktisch keinen Supermarkt mehr betreten. Es gibt sie zuhauf, auch die Geizmarken sind vertreten, doch warum sollte ich? Gesunde Ernährung ist immer frisch und selbst gemacht, obendrein spart das auch noch eine Menge Geld.

Solche Märkte mit lokalen Produkten gibt es übrigens in jeder Gemeinde auf der Insel. Allein die Qualität dieses Nahrungsangebots wäre für mich Grund genug für ein Leben auf Mallorca.

Freiheit in Paradiesischer Natur

Es gibt eine Menge Plätze an denen du ein angenehmes Klima und entspannte Lebensart finden kannst. An den meisten von davon kann es jedoch auch mal sehr ungemütlich werden. Leben auf Mallorca bedeutet auch leben in Sicherheit!

Hier gibt es weder Erdbeben, noch Hurricanes oder verheerende Brände. Auch keine giftigen Pflanzen, Schlangen oder fiese Viren. Die gefährlichsten Tiere, denen du auf deinen Wanderungen begegnen kannst sind bissige Esel und übermütige Ziegenböcke.

Nirgends sonst kannst du auf so kleinem Raum, derart vielfältige Landschaften erreichen. Vom herrlichen Strand bei null Metern Meereshöhe, kommst du in 30 Autominuten ins Hochgebirge bei 1.500 Höhenmetern. All das herrlich unberührt und gepflegt. Nicht umsonst trainieren hier die Radfahrer Teams aus ganz Europa.

Knapp 500 Kilometer umfasst eine Inselrundfahrt und es ist eine lange Tagesreise. Im Süden das Meer mit Sandstränden, im Westen eine wildromantische Steilküste, im Norden schroffe Berge und wieder Sandstrände. Die Ostküste letztlich wartet mit einer Vielzahl kleiner Buchten und Naturhäfen auf. Zwischendrin fruchtbare Ebenen mit verträumten Städtchen und ein dichtes Netz ruhiger Feldwege zum Wandern oder Radfahrern.

Auf Mallorca kannst du nahezu jede denkbare Freizeitaktivität in der Natur ausleben. Vom Tauchrevier bis zum Klettergarten, von einer Vielzahl von Golfplätzen zu herrlich kurvigen Motorrad-Strecken. Die Insel bietet einfach alles, allein die Surfer klagen über zu wenig Wind. Auch als Segler freut man sich in der Sommermonaten eher am Tuckern der Motoren.

Wo denn am besten leben auf Mallorca?

Das hängt ganz von deinen Vorlieben ab. Deutsche Großstädter ziehen sich gerne auf eine Finca mitten im Nirgendwo zurück. Solche Immobilien sind noch immer preiswert zu mieten oder zu kaufen und bieten rustikalen Charme. Allerdings meist auch keine Heizung und wenn du Pech hast, nur Strom aus dem Dieselgenerator. Mich würde daran vor allem stören, dass ein Auto unverzichtbar ist. Ich möchte einfach nicht wegen jeder Kleinigkeit fahren müssen und schon gar nicht abends in die Kneipe.

Für mich sollte es schon Palma sein, das Leben auf dem Land kann vor allem im Winter schon sehr einsam werden. Innerhalb der Stadt, hast du die Wahl zwischen der sehr charmant restaurierten Altstadt und den Wohnvierteln an der Küste.

In der Innenstadt kann es schon mal voll werden, wenn gerade mal wieder fünf Kreuzfahrtschiffe ihre Ladung ausgespuckt haben. Es ist auch nahezu aussichtslos, dort ein Auto haben zu wollen. Selbst wenn du die gesperrten Gassen dank einer Sondergenehmigung für Anlieger befahren darfst, gibt es fast keine Parkplätze.

Ganz anders ist die Lage in den In Vierteln von Portixol und Molinar, die sich Ostwärts der Innenstadt erstrecken. Hier kommen kaum einmal Touristen hin, wohl aber jede Menge Einheimischer an den Wochenenden.

Entlang des Ufers erstreckt sich eine kilometerlange Promenade mit vielen Restaurants und Bars. Gegenüber davon eine Zeile ehemaliger Fischerhäuschen, von denen viele inzwischen zu Luxuswohnungen umgebaut wurden. Früher galten diese Immobilien wegen der in Meeresnähe ständig herrschenden Feuchtigkeit, als nahezu wertlos. Dank Gentrifizierung sind es mittlerweile Millionenobjekte. Die ungünstigen Einflüsse bleiben dennoch und sogar Geländer aus dem teuersten Edelstahl rosten hier irgendwann.

Weitaus angenehmer finde ich persönlich die Lagen im Osten von Palma. Ich selbst wohne mit einem traumhaften Blick auf Stadt und Hafen im Ortsteil La Bonanova.

Leben mit Blick aufs Mittelmeer

Das ist jedenfalls mein Ideal, wenn es ums Leben auf Mallorca geht. Ostwärts von Palma erstrecken sich weitere reizvolle Wohnviertel für fast jeden Geldbeutel. Nach dem etwas heruntergekommenen, doch durchaus charmanten, Cala Mayor wird es in Richtung Osten immer edler. Im Bild der Blick von Illetas nach Cas Catalá mit dem Luxushotel Maricel.

Wer mit dem ohnehin empfehlenswerten Budget auf die Insel kommt, wird hier sicherlich fündig. In diesen Wohngegenden ist auch der Anteil an Deutschen und Briten besonders hoch. Das hilft dem Mallorca Anfänger ohne Spanisch Kenntnisse.

Nicht nur ein Platz an der Sonne

Ja, es ist wahr, auf Mallorca scheint die Sonne an über 300 Tagen im Jahr. Leider ist das auch der einzige Grund für viele verfrorene Nordlichter, sich hier niederzulassen. Spanien und seine Eigenheiten sind für diese Einwanderer eher lästige Gegebenheiten. Am liebsten bleiben sie unter Ihresgleichen und schauen mit gewisser Herablassung auf die ”faulen” und ”unzuverlässigen” Einheimischen. Natürlich sehen sie auch keinen Grund die Landessprache zu lernen.

Ich halte diese Leute für arrogante Idioten, denen das Beste entgeht was die Insel zu bieten hat: Eine entspannte Lebensart unter ungemein hilfsbereiten und liebenswerten Menschen. Sie müssen unter sich bleiben, in ihren deutschen, britischen und schwedischen Klüngeln. Sie demonstrieren damit den gleichen mangelnden Integrationswillen, welchen sie vielleicht daheim bestimmten Einwanderern vorwerfen.

Mögen sie also unter sich bleiben, das ist Strafe genug. Besonders auf Mallorca leben viele Auswanderer nämlich nur deswegen, weil sie sich daheim nicht mehr blicken lassen können. “Gott bewahre uns vor Sturm und Wind und vor Deutschen, die im Ausland sind”. Den Satz kenne ich seit meiner Kindheit und er hat seither nichts von seiner traurigen Wahrheit verloren. Deutsche helfen Deutschen! Mag sein, doch genauso oft bescheißen Deutsche, Deutsche. Ich habe in 20 Jahren viel erlebt – und auch selbst Lehrgeld gezahlt.

Wer nicht ausreichend Spanisch kann und sich einen spanischen Bekanntenkreis schafft, versäumt das Beste.

Über das Thema Geld hatten wir bereits gesprochen. Wer nicht mehr jeden Tag in der Tretmühle der Arbeitswelt steckt, braucht sogar noch mehr davon. Das Leben auf Mallorca ist traumhaft schön, doch umsonst ist hier wirklich nur der Sonnenschein.

Benedikt Lechner
Benedikt Lechner
LEBENSKÜNST
Seit Jahrzehnten ziemlich sorglos unterwegs und es ist bisher noch immer gut gegangen!

Ich habe genug – Ein Jahr Konsumverzicht

Ab heute kaufe ich nichts mehr

Heute ist Halloween und ich sehe überall Müll. Noch mag es für euch „Deko“ oder „Verkleidung“ sein, doch schon morgen wird es jeder als das ansehen, was es ist: Müll!

Für mich ein guter Anlass, wieder einmal ein Jahr lang nichts mehr zu kaufen. Jedenfalls nichts, was sich nicht verbrauchen läßt.

Essen und Trinken sind lebensnotwendig, Duschgel und Waschmittel nicht unbedingt, doch sehr sinnvoll. Ein neues Hemd, ein paar Kopfhörer oder gar dekorativer Firlefanz für die Wohnung? Alles, was Schränke und Schubladen füllt und nicht täglich benötigt wird? Das ist überflüssig!

Konsumverzicht ist daher das falsche Wort für meine Praxis. Im Gegenteil, ich kaufe ein Jahr lang nur noch Dinge, die sich wirklich konsumieren lassen.

Bewusst konsumieren

Ich habe dieses Experiment schon vor zwei Jahren einmal durchgeführt und im ganzen Jahr 2017 nur drei Dinge gekauft:

1.) Es war ein extrem heißer Sommer und ich hatte keine Klimaanlage in der Wohnung. Um nachts überhaupt schlafen zu können, habe ich mir einen Ventilator für €69 erlaubt.

2.) Wenige Tage später, riss der Riemen an meinem rechten Flip-Flop. Wir waren gerade vom Boot aus zum Einkaufen an Land gegangen und ich hüpfte wie ein Storch über den heißen Asphalt. Weil ich keinen gleichwertigen Ersatz finden konnte, beendete ich den Törn dennoch barfuß. Erst zurück in Palma gab es ein paar neue Havaianas. Es wäre mir nicht eingefallen, als “Zwischenlösung” ein paar billige Sandaletten vom Chinesen zu kaufen.

3.) Kurz vor der Zielgeraden, im November, folgte dann der einzige wirkliche Sündenfall. Ich kaufte mir das neue iPhone X! Eine Reise stand bevor und die neue Kamera versprach all meine fotografischen Aufgaben erledigen zu können. Also her damit.

Allzu schuldig fühlte ich mich nicht, denn im Sommer hatte ich eine ebenso sündteure wie nutzlose Leica Digitalkamera verkauft und den Erlös in Bitcoin gesteckt. Mein gutes altes iPhone 7 ging an meinen Sohn und der benutzt es noch heute. Er fotografiert nämlich analog mit der Leica seines Großvaters.

Es geht mir nicht ums Geld

Bei vielen ähnlichen Versuchen geht es darum, mit möglichst wenig, oder gar keinen finanziellen Mitteln auszukommen. Ich habe genug Geld und das ist gut so.

Meine Entscheidung, auf Spontankäufe zu verzichten ist ganz freiwillig und nicht etwa aus der Not geboren. Deswegen habe ich auch nicht vor, in einen Bauwagen umzuziehen, mir mein Fleisch selbst schießen zu wollen, oder sonstige Entbehrungen zu auf mich zu nehmen.

Unsere Konsumkultur läuft in großen Teilen über Belohnung, zum Beispiel eine Flasche Wein kaufen oder in den Urlaub fahren

Hans-Georg Häusel, Neuro Marketing Experte In der WELT

Selbstbestimmung statt Zwang

Diese Aussage ist leider nur zu wahr. Viele von uns stehen unter Dauerstress und verbringen ihr Leben mit Dingen, die sie lieber nicht tun würden. Dafür gibt es Geld, doch Geld ist für sich gesehen nichts wert. Die Belohnung bekomme ich erst dann, wenn ich dieses Geld gegen Dinge tausche.

Daher möchte ich, ein klares Bewusstsein für mein Verhalten entwickeln. Nur zu gut kenne ich jene Tage, an denen ich mich irgendwie unwohl und verloren fühle und dann versuche, meine Stimmung durch einen Kauf zu verbessern. Nur, um mich kurz darauf tierisch darüber zu ärgern, dass ich 700 Euro für einen blöden Gürtel ausgegeben habe.

Macht es nicht viel mehr Sinn, an den Ursachen dieser Stimmungen zu arbeiten? Die werde ich um so leichter erkennen können, wenn ich meine Impulsen widerstehe.

Der einzig wahre Konsum

Statt mich für Entbehrungen belohnen zu müssen, sollte ich lieber gleich gut für mich sorgen. Was eignet sich besser dazu als gute Ernährung? Auf dem Markt darf ich überlegen, auswählen und einkaufen, um daraus köstliche und gesunde Gerichte zu bereiten. Daheim essen, statt im Restaurant spart obendrein nicht nur Geld, sondern auch Pfunde. Portionen und Versuchung sind außer Haus fast immer zu groß.

Dann geht es noch darum, meinen Körper durch gezielte Bewegung in Form zu halten und mehr Zeit mit lieben Menschen zu verbringen. Auch dafür muss ich nichts kaufen, außer den einen oder anderen Espresso oder ein Glas Wein. Das gönne ich mir.

Natürlich würde ich auch die Dinge ersetzen, die im Laufe des Jahres den Geist aufgeben. Ganz so, wie die Flip Flops.

Ich werde hier ab und an über Verlauf meines Experiments berichten. Natürlich werdet ihr über facebook live davon erfahren, falls ich schwach werden sollte. Ich bitte sogar ausdrücklich darum, mich dann mit Spott und Häme zu überziehen.

Alte Liebe rostet nicht – Meine Uhrensammlung

Eine mechanische Uhr ist völlig überflüssig, jedes Smartphone erledigt alle denkbaren Aufgaben rund um die Zeitmessung wesentlich effizienter.

Als Alter Weißer Mann entstamme ich dem analogen Zeitalter und möchte trotz iPhone und iPad noch immer nicht auf ein hübsches Gadget am Handgelenk verzichten. 

Allerdings fragen mich auch immer mehr junge Freunde um Rat in Sachen Uhren. Die Hersteller von Luxusuhren schreiben Rekordumsätze und viele begehrenswerte Uhren sind nur schwer zu bekommen. So ganz tot ist das Konzept also doch nicht. 

Wozu eine Uhrensammlung?

Warum besitzt ein erklärter Minimalist und Konsumkritiker gleich mehrere Luxusuhren? Naja, weil ich Freude daran habe!

Doch natürlich auch, weil diese Stücke ihren Wert mindestens erhalten, wenn nicht gar steigern. Über die finanziellen Aspekte habe ich dort geschrieben. Hier stelle ich euch ein paar meiner kleinen Lieblinge vor:

Tudor Black Bay 58

Was trägt Mann zum Stadtbummel in Caracas?

Am besten natürlich überhaupt keine Uhr, doch war die Black Bay meine Wahl. Das sagt auch schon viel darüber aus, warum ich diese “poor man’s Rolex” so schätze: Sie wirkt nicht wie eine Luxusuhr, doch sie hat alles, was eine solche auszeichnet.

Die Black Bay ist eine Hommage an die robusten Arbeitsgeräte professioneller Taucher in den 60er Jahren und weist deren Stilelemente auf.

Die Lünette ist drehbar und erlaubt es eine vergangene Zeitspanne abzulesen. Eigentlich gedacht für Dekompressionsphasen, eignet sich die Funktion auch für Parkuhren. Die große Aufzugskrone ist mit dem Gehäuse verschraubt und trägt damit zur Wasserdichtheit von 200 Metern bei. Das Ganze wird von einem, klassisch gewölbten, kratzfesten Saphirglas abgeschlossen.

Diese Uhr sieht jenen durch James Bond legendär gewordenen Rolex Modellen sehr ähnlich. Bei moderner Funktionalität und zu einen Bruchteil von deren Preis.

Tudor Black Bay Fifty-Eight
Referenz Nummer:79030N
Kaliber:Automatik MT 5402
Gang Reserve:70 Stunden
Gehäusedurchmesser:39 mm
Glas:Saphirglas
Wasserdicht bis:200 Meter
Listenpreis:3.430 €

Omega Speedmaster 60th Anniversary

Eine Legende fürs Handgelenk

Die Omega Speedmaster hat in den 1960er Jahren die strengen Tests der NASA bestanden und es als erste Armbanduhr auf den Mond geschafft. Der Chronograph erschien 1957 und Omega hat zu seinem 60. Geburtstag eine limitierte Neuauflage auf den Markt gebracht.

Wie bei der Tudor schätze ich das Design mit seinen klassischen Elementen und die größere Alltagstauglichkeit einer modern gefertigten Uhr. Eine Ur-Version der CK 2915 wäre eine sechsstellige Summe wert und ein Fall für den Tresor. An dieser Speedmaster kann ich mich wesentlich entspannter freuen.

Designklassiker des 20 Jahrhunderts

Die Omega Speedmaster fehlt denn auch in keinem ernsthaften Buch über das Design des 20. Jahrhunderts.

Doch anders als die vom Bauhaus inspirierten Uhren eines Max Bill und der ebenso minimalistischen Rolex Oyster, ist der Omega Chronograph mehr als ein schlichter Zeitmesser. Er kann die verstrichene Zeit zählen und wird damit zum Werkzeug für Rennfahrer und Flieger, sogar Astronauten.

Das gab es natürlich auch schon früher, doch waren solche Uhren noch ein teuerer Luxus. Mit der Speedmaster begann ihre Verbreitung in großen Serien und damit verbundenen günstigen Preisen. Ein Freund kaufte seine Omega Speedmaster MKII im Jahr 1972 für 320 D-Mark, er trägt sie noch heute!

Wie die klassische Mondfahrer-Uhr muss auch meine moderne Version spätestens jeden zweiten Tag aufgezogen werden. Leider ist die Schönheit dieses klassischen Uhrwerks von einem fest verschraubten Boden verdeckt.

Diese Uhr ist kein Arbeitspferd

Die Rückbesinnung auf das Design der späten 1950er Jahre ist in Bezug auf die Alltagstauglichkeit ein Rückschritt. Diese Uhr will vorsichtig behandelt werden. Nicht umsonst sind gut erhaltene Exemplare aus den 1960ern fast nicht mehr zu finden.

Besonders die fein gearbeitete Lünette mit der Tachygraphen Skala ist ziemlich empfindlich. Ich weiß nicht einmal, wo und wie ich ihr die Macken zugefügt habe, die sie inzwischen aufweist. Auch das schön gewölbte Glas ist aus klassischem Hesalit- Kunststoff gefertigt und verkratzt dementsprechend leicht.

Hinzu kommt, dass die alte neue Speedy auch nicht wirklich wasserdicht ist. Weder die Aufzugskrone, noch die Drücker des Chronographen sind mit dem Gehäuse verschraubt und pumpen gnadenlos Wasser ins Gehäuse, wenn sie versehentlich unter Wasser betätigt werden.

Da passt es ganz hervorragend, dass die 60-Jahre Edition mit einem Werkzeug zum Bandwechsel und zwei Armbändern geliefert wird. Am antik anmutenden Nubuk-Lederband getragen, finde ich die Speedy am schönsten – und zum Geschirrspülen trage ich eben eine andere Uhr.

Omega Speedmaster 60th Anniversary
Referenz Nummer:311.10.39.30.01.001
Kaliber:Handaufzug Omega 1861
Gang Reserve:48 Stunden
Gehäusedurchmesser:38,6 mm
Glas:Saphirglas
Wasserdicht bis:60m
Listenpreis:6.900 € (ausverkauft)

Omega Seamaster 300 60th Anniversary

Neue Technik im alten Gewand

Auch die Seamaster ist eine Neuauflage einer klassischen Omega von 1957 und wurde gemeinsam mit dem Chronographen zum 60. Jahrestag ihrer Vorstellung neu aufgelegt. Auch hier wieder Auf 3557 Stück limitiert. Das sind immer noch eine ganze Menge, doch sind der Verbreitung wenigstens gewisse Grenzen gesetzt.

Im Gegensatz zur fragilen Speedmaster macht diese Uhr einen wirklich robusten Eindruck. Dank verschraubter Krone und massivem Gehäuse ist sie bis zu 200 Metern Tiefe wasserdicht. Die geriffelte Lünette ist zwar nicht ganz so massiv, wie jene an der Tudor Black Bay, sollte einen normalen Alltagsbetrieb jedoch auch unbeschadet überstehen. Das gewölbte Saphirglas verspricht ebenfalls hohe Kratzfestigkeit.

Hier kommt eine moderne Uhr mit all ihren Vorzügen im charmanten Vintage-Look daher.

Feinste Technik

Über die künstlich auf “alt” getrimmten Zeiger und Stundenmarker kann man sich streiten, ich finde es etwas unecht. Im Dunkeln leuchten sie nämlich kräftig grün, wie das modernes Super-Luminova eben tut.

Omega hat der Neuauflage der alten CK 2913 das feine Manufakturkaliber 8806 spendiert. Es wartet mit der von Omega entwickelten Co-Axial Hemmung und einer Silikon Spirale auf. Es widersteht außerdem Magnetfeldern bis zu 15.000 Gauss Stärke. Ist das wichtig? Naja, Handystrahlung wird diese Uhr jedenfalls nicht beeinflussen.

Das wäre auch schade, denn das Teil läuft mit rund 2 Sekunden Abweichung pro Tag. Das ist weit besser, als es die Chronometer Spezifikation verlangt und die Seamaster ist damit meine genaueste Uhr.

Omega Seamaster 60th Anniversary
Referenz Nummer:234.10.39.20.01.001
Kaliber:Automatik Omega 8806
Gang Reserve:55 Stunden
Gehäusedurchmesser:39 mm
Glas:Saphirglas
Wasserdicht bis:300 m
Listenpreis:6.800 €

Rolex Oyster Perpetual Explorer

Eine für Alles

Wenn ich nur eine einzige Uhr haben dürfte, würde mir die Wahl schwerfallen zwischen der Explorer und der Tudor Black Bay. Diese Rolex ist robust genug für jede Lebenslage und elegant genug für jeden Anlass. Mehr braucht es nicht.

Auch die Explorer hat es hoch hinaus geschafft. Zwar nicht bis zum Mond, doch immerhin auf den Gipfel des Mount Everest. Hillary und Tensing trugen diese Uhren 1953 bei der Erstbesteigung des höchsten Berges der Welt.

Noch ein Designklassiker…

Die Rolex Explorer ist an Schlichtheit kaum zu überbieten, abgesehen von dem inzwischen etwas zu groß geratenen Schriftzug. Dennoch fühlt sich diese Uhr grundsolide und hochwertig an. Jedes Detail an Rolex Uhren wurde nicht nur einmal durchdacht, sondern eben über Jahrzehnte hinweg konsequent verbessert.

Es ist eine Mischung aus schweizerischer Präzision, solidem Design und, durchaus langsamer, Konstanz in der Weiterentwicklung. Deswegen begeistern Rolex Uhren ihr Publikum wie kein anderer Uhrenhersteller. Die Explorer und die einfachen Oyster Modelle verkörpern diese Philosophie der Solidität in Reinkultur.

Rolex Oyster Perpetual Explorer
Referenz Nummer:214270
Kaliber:Automatik 3132
Gang Reserve:48 Stunden
Gehäusedurchmesser:39 mm
Glas:Saphirglas
Wasserdicht bis:100 m
Listenpreis:6.000 €

Rolex Oyster Perpetual Date GMT Master II

Gimme da bling!

Lange Zeit fand ich Uhren aus Stahl und Gold immer ein wenig “Möchtegern”. Bis ich diese hier gesehen habe und bei meinem Juwelier noch etwas Umsatz machen musste. Die spezielle Kombination von Stahl mit Roségold und der zweifarbigen Lünette in braun und schwarz hat es mir angetan. Allerdings muss ich ehrlich zugeben, dass das Teil schon sehr „blingt“. Definitiv nix für den Stadtbummel in Manila.

Ein Werkzeug für Vielflieger

Wie spät ist ist es gerade auf den Philippinen? Nun, es ist 7 Stunden später als bei uns. Also muss ich die Lünette um sieben Schritte gegen den Uhrzeigersinn drehen und sehe sofort, dass der Zeiger mit dem Dreieck bei der 17 steht. Also fünf Uhr Nachmittags.

Ich habe mir angewöhnt, meine Uhr immer bereits beim Abflug auf die Zeit am Ankunftsort zu stellen. So kann ich einfacher ablesen, wie viele Flugstunden ich noch absitzen muss.

Wenn ich bald in meinen Flieger nach Bangkok steige, werde ich den Stundenzeiger der GMT separat um sechs Stunden weiterdrehen. Die Einstellung der Minuten und Sekunden bleibt dabei erhalten. Nun wird mir der Zeitzonenzeiger die Zeit in Madrid auf der Lünette anzeigen.

Nice to have

In Zeiten von Smartphones braucht kein Mensch mehr eine Uhr für zwei Zeitzonen, doch wie ich eingangs schrieb, bräuchte ich gar keine Uhr mehr. Immerhin macht diese Reiseuhr wesentlich mehr Sinn, als meine beiden Taucheruhren. Ich tauche nämlich nie, fliege aber oft.

Rolex Oyster Perpetual Date GMT Master II
Referenz Nummer:126711 CHNR
Kaliber:Automatik 3185
Gang Reserve:70 Stunden
Gehäusedurchmesser:40 mm
Glas:Saphirglas
Wasserdicht bis:100 m
Listenpreis:13.000 €

Was kommt als Nächstes?

Uhren sind kleine Gegenstände, doch die Verpackungen mit denen die exorbitanten Preise gerechtfertigt werden sollen, brauchen ganz schön viel Platz. Den habe ich nicht.

Ganz abgesehen davon, fällt mir auch keine Uhr ein, die ich unbedingt (noch einmal) haben wollte. Ich hatte früher eine ziemlich umfangreiche Sammlung. Das, was ich euch hier gezeigt habe, ist das Resultat einer langen Entdeckungsreise durch die wunderbare Welt der mechanischen Uhren.

Mehr brauche ich nicht, eher sogar weniger.

Sind Uhren eine gute Geldanlage?

Das ist eine uralte Streitfrage

“Uhren als gute Geldanlage? Natürlich sind sie das nicht! Kaufe was dir gefällt und schiele niemals auf die Wertsteigerung”

Jeder ernsthafte Uhrensammler wird dir, wie aus der Pistole geschossen, genau diese Antwort geben.

Und dennoch freut sich jeder dieser Herren (Damen sind in unseren Kreisen stark unterrepräsentiert) über den astronomischen Wertzuwachs seiner Sammlung. Ist es also doch etwas Wahres daran?

Ich beleuchte in diesem Artikel verschiedene Aspekte, die darüber entscheiden, ob du als Gewinner vom Tisch aufstehst, oder die Zeche der anderen zahlst.

Auswahl an wertvollen Rolex Uhren

Hier liegen € 1.000.000 auf dem Tisch!

Dieses Bild ist 2003 in einem Restaurant auf Mallorca entstanden, Handykameras waren damals noch nicht besonders gut. Doch trotz der schlechten Qualität lassen sich die Uhren der Marke Rolex erkennen und sie tragen Spitznamen wie: “James Bond”, “Paul Newman”, “Milsub” oder “Double Red”.

Damals war diese illustre Versammlung rund €80.000 wert, heute wäre dafür mehr als das Zehnfache zu bezahlen. Die rasante Wertentwicklung der vergangenen Jahre hat selbst uns Uhrensammler völlig überrascht.

Ob du gewinnst oder verlierst, hängt ganz davon ab, wann du welche Uhr kaufst. Es ist eben eine Spekulation und keine Anlage.

Keine Geldanlage, sondern schöne Spekulation

Trotz der spektakulären Wertsteigerung einiger, weniger, Modelle sind Uhren unter einer Reihe von Gesichtspunkten kein geeignetes Anlageinstrument:

  • Es ist unmöglich, Wertentwicklungen seriös vorauszusagen
  • Uhren werfen keine Rendite ab, Gewinne sind nur durch Veräußerung zu realisieren.
  • Schlechte Liquidität: Wer schnell Geld braucht, muss mit hohen Abschlägen rechnen.
  • Enorm hohe Transaktionskosten beim Verkauf über Händler und Internet-Plattformen
  • Hohes Verlustrisiko oder hohe Lagerkosten
  • Bei längerer Haltedauer können erhebliche Wartungskosten anfallen

Selbst wenn alles gut geht und die jährliche Wertsteigerung deiner Uhren größer ist, als die Summe von Kaufkraftverlust und Haltekosten, können die hohen Provisionen und Abschläge von Handelsplattformen den Gewinn bei einem Verkauf aufzehren.

Natürlich gibt es Ausnahmen, wie die oben gezeigten.

Rolex GMT Master 1675 mit Pepsi Lunette

Ausnahme #1: Rolex “Sport-Modelle”

Daytona, Submariner und GMT-Master. Das ist die Heilige Dreifaltigkeit des Rolex-Sammlers und wenn wir von sensationellen Wertsteigerungen sprechen, betreffen sie jene Modelle.

Das obige Exemplar einer “Pepsi-GMT” habe ich im Jahr 2004 für 2.000€ gekauft. Der heutige Marktpreis der Uhr liegt bei etwa €10.000. Wenn ich einen Käufer finde und die Transaktion selbst abwickle. Mein Händler in München würde mir etwa €8.000 dafür bezahlen.

Damals hätte ich auch 6 Feinunzen Gold für das gleiche Geld bekommen. Zum heutigen Tageskurs wären diese ebenfalls rund €8.000 wert.

In 47 Amazon-Aktien angelegt, wären aus den €2.000 allerdings €76.190 geworden. Und die könnte ich mit wenigen Mausklicks realisieren. Nicht jede Aktie entwickelt sich wie Apple oder Amazon. Und nicht jede Uhr erreicht die astronomischen Preise von “Paul Newman” Daytonas. Die beiden unten links im Gruppenfoto, sind allein etwa €500.000 wert. Sie waren schon damals mit je €30.000 die teuersten Stücke.

Das voraussehen zu wollen, ist reine Spekulation. Deswegen solltest du den Rat befolgen und nur Modelle kaufen, die dir gefallen. Wenn es dann nichts wird mit der Wertentwicklung, hast du wenigstens Freude an den Uhren.

Rolex und Omega Uhr

Was sind die nächsten Highlights?

Genauso wenig läßt sich voraussehen, wie die Wertentwicklung der Vintage Modelle weiter verläuft.

Persönlich würde ich keine Amazon Aktien zum aktuellen Kurs kaufen. Ebenso würde ich mich nicht wohl dabei fühlen, €10.000 für eine “Pepsi-GMT” hinzulegen. Genauso gut könnte sich ihr Preis allerdings auch noch einmal verzehnfachen, wie wir es bei den Military und James Bond Submariner erlebt haben. In fünf Jahren sind wir schlauer…

Im Windschatten der explosiven Preisentwicklung von Rolex Uhren konnten andere, bisher eher weniger bekannte Marken, ebenfalls stark an Wert zulegen. Hatten meine Münchner Händler noch vor ein paar Jahren etwas spitz bemerkt, dass sie “keine Omega Uhren ankaufen”, findet sich jetzt eine Speedmaster für €30.000 in ihrem Angebot. Bestimmte Modelle von TAG Heuer, Breitling und Chronographen von Universal Genève gehen mittlerweile ebenfalls für fünfstellige Beträge über den Tisch.

Rolex Day Date Zifferblätter

Vorsicht Fälschung!

In den Vintage Markt einsteigen zu wollen, setzt profunde Marktkenntnisse, sowie eine echte Passion für das Thema voraus. Bei aller Sachkenntnis bleibt doch noch ein relativ hohes Risiko, Gaunern auf den Leim zu gehen.

Die oben abgebildete Rolex Day Date habe ich von einem Händler gekauft, der damals in Internet Foren als anerkannter Experte galt. Es handelt sich dabei um ein sehr frühes und damit extrem seltenes Exemplar. Natürlich war mir aufgefallen, dass auf dem Zifferblatt der Schriftzug “Superlative Chronometer – Officially Certified” fehlt. Meine diesbezüglichen Bedenken tat der Verkäufer allerdings mit dem Hinweis ab, dass es eben ein extrem frühes Exemplar ohne den Schriftzug sei. Ich vertraute dieser Aussage.

Später stellte sich heraus, dass es sich um ein nachträglich, nicht sehr fachmännisch, aufgefrischtes Zifferblatt handelte. Damit war die Uhr nicht Original und bei weitem nicht das Geld wert, das ich dafür hingelegt habe. Insgesamt habe ich dann trotz der Gaunerei keinen Verlust gemacht. Es hat nur ein paar Jahre gedauert, bis das Teil doch noch seinen Preis wert war.

gefälschte Uhren Teile

Endgültig bin ich an dem Punkt aus der Vintage Szene ausgestiegen, als ein kleines rotes Dreieck auf der Lünette einer alten Submariner eine Preisdifferenz von €30.000 bedeuten konnte. Das Zifferblatt einer alten Daytona aus den 1970er Jahren entscheidet inzwischen darüber, ob eine Uhr 70.000€ oder 250.000€ wert ist. Natürlich gibt es solche Teile bei spezialisierten Shops in China für wenig Geld zu kaufen.

Wie bei jeder Spekulation, sollte man nur so viel riskieren, wie man zu verlieren bereit ist. Für mein Portfolio sind die Dimensionen einfach zu groß geworden.

Nicht jeder kann der Versuchung widerstehen und sogar renommierte Auktionshäuser sollen schon auf die eine oder andere Fälschung hereingefallen sein. Oder haben sie einfach nur den Mund gehalten, um 30 Prozent Aufgeld kassieren zu können?

Wem kann man da überhaupt noch vertrauen? Mich verbindet seit über 20 Jahren ein solches Vertrauensverhältnis mit der Münchner Firma Bachmann & Scher. Die hat nicht nur ein mittlerweile beeindruckendes Angebot seltener Uhren. Die beiden Inhaber sind im Laufe der Jahre zu Freunden geworden und haben mir gar manches begehrenswerte Stück verkauft. Auch wenn es Zeit wurde, sich wieder davon zu trennen, buchte ich fast immer einen Flug nach München. „Es muss ein bißchen weh tun, sonst stimmt der Preis nicht“. Trotz dieser Verhandlungspolitik war ich letztlich doch immer zufrieden. Warum sollte man seinen Freunden keinen Profit gönnen?

neu gekaufte Rolex Uhren in grüner Verpackung

Neu gekauft: 54% Wertsteigerung in 9 Jahren

Wem der Vintage Markt zu unübersichtlich ist, kannst du jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass gefragte Modelle von Rolex, Patek Philippe und Audemars Piguet über die Jahre automatisch im Wert steigen werden.

Wertsteigerung einer Rolex Milgauss

Für diese Rolex Milgauss habe ich 2010 €4.000 gezahlt. Würde ich sie heute verkaufen wollen, läge der Marktpreis bei etwa €6.200. (Quelle: Chrono24) Beim Rolex- Konzessionär sind €7.550 für diese Uhr fällig. Wenn sie denn sofort lieferbar wäre.

6 Prozent Wertzuwachs pro Jahr sind in Zeiten von Nullzinsen nicht gerade schlecht. Außerdem hatte ich natürlich viel Freude beim Tragen.

Überdies ist eine Milgauss kein besonders gefragtes Modell. Für das gleiche Geld hätte ich damals auch eine Rolex Submariner kaufen können und deren Wert hätte sich gut und gerne verdoppelt:

Wertsteigerung Rolex Submariner

Wenn der Ladenpreis weit unter dem Marktwert liegt…

Dann liegt das an der geradezu genialen Marketingstrategie von Rolex, Patek Philippe und Audemars Piguet. Diese Firmen produzieren, unabhängig von der Nachfrage, konstant ihre komplette Modellpalette nach einem bestimmten Schlüssel. Natürlich sind nicht alle Modelle gleich gefragt und so kommt es zu Engpässen bei den Rennern der Kollektion. Wer dennoch eines ergattern konnte, kann es auf dem grauen Markt mit zum Teil erheblichem Gewinn veräußern.

Schon die Frage nach einer solchen Uhr, wird in vielen Juweliergeschäften mit einem leicht genervten Augenaufschlag quittiert. Die Antwort lautet sowieso fast standarmäßig: “Nein!”. Freundlichere Händler schreiben sich wenigstens deinen Namen auf und setzen dich auf eine “Warteliste”. Trotzdem kannst du lange auf einen Anruf warten. Sehr lange…

Preisvergleich einiger edler Uhren

Eine offizielle Warteliste gibt es nicht

Einziger Ausweg ist, sich eine gute und dauerhafte Kundenbeziehung zu einem Fachhändler aufzubauen. Diese beruht ausschließlich auf persönlicher Sympathie – und natürlich auch darauf, dass im Laufe der Zeit einige Uhren über den Ladentisch gehen.

Wenn die begehrte Rolex oder Patek Philippe nicht verfügbar ist, solltest du eventuell ein weniger gefragtes Modell in Betracht ziehen, oder auch eine Uhr einer anderen Marke. Wenn du der Frau an deiner Seite eine jener schwer verkäuflichen Damenuhren schenkst, steigst du ebenfalls in der Gunst deines Händlers.

Dein Händler wird sogar Verständnis dafür haben, dass du finanzielle Aspekte im Auge behältst. Diese sollten jedoch keinesfalls die einzige Motivation sein. Wenn du das schnelle Geld suchst, findest du es hier garantiert nicht. Und hoffe nicht darauf, deine Absichten verbergen zu können. Verkäufer sind gute Menschenkenner. Sie führen jeden Tag Dutzende Gespräche und merken sofort, wenn dich Uhren eigentlich nicht interessieren.

Eine nette Fachsimpelei bringt dich auch wesentlich weiter, als der Wink mit der Platinkarte. Die solltest du sowieso haben, doch es gibt immer Leute mit noch mehr Geld. Tennisstar Rafael Nadal und ein paar Barcelona Spieler sind Kunden bei meinem Händler in Palma. Es kommt immer wieder vor, dass der Emir von Sowieso mal eben ein Dutzend Uhren als Trinkgelder für die Crew seiner Megayacht braucht.

Kaufe, was Dir gefällt und schiele nicht auf die Wertsteigerung, ist auch hier die richtige Strategie. Ich finde sowohl die Rolex Daytona, als auch die Submariner mit dem giftgrünen Zifferblatt scheußlich. Meinen Händler bringe ich erst gar nicht in Verlegenheit, entscheiden zu müssen, ob er mir ein Exemplar verkauft. Um so höher steigt meine Chance, irgendwann eine Patek Philippe Nautilus zur Hälfte des Marktwerts zu bekommen.

Ich werde dann auch der Versuchung widerstehen, sie sofort zu Geld zu machen. Denn damit würde ich den jahrelang aufgebauten Status bei meinem Konzessionär auf einen Schlag verlieren und nie wieder eine jener begehrten Uhren bekommen. Nach einen Jahr Schamfrist sieht die Sache anders aus…

Patek Philippe Uhr mit Lederarmband

Geld ist zu verdienen, doch ist es kein schnelles Geld!

Genau das finde ich in unserer konsumorientierten Zeit wirklich charmant. Ein teurer mechanischer Zeitmesser ist sowieso völlig überflüssig, das iPad an dem ich diese Zeilen schreibe, ersetzt die komplizierteste Uhr.

Und doch ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich auf mein Handgelenk schiele. Leute, die mich nicht kennen, halten mich gar für unhöflich, weil ich alle zehn Minuten auf die Uhr schaue. Es ist nicht böse gemeint, ich weiß nämlich auch nach dem fünften Blick noch immer nicht wie spät es ist. Das interessiert mich auch gar nicht, ich liebe Uhren!

Sind Uhren nun eine gute Geldanlage? Auch das wäre mir gleichgültig, doch beruhigt es mein Gewissen ganz ungemein, dass ich noch keine Uhr mit Verlust verkauft habe. Ich habe ganz im Gegenteil ziemlich gute Gewinne gemacht. In Heller und Pfennig, doch vor allem in Lebensfreude. Uhren sind viel schöner als Aktien und bedeutend handlicher als Oldtimer.

iPad Pro 2018 statt Computer?

Kann das iPad Pro einen Computer ersetzen?

Die Apple Werbung verspricht mal wieder Quantensprünge. Tatsächlich versprechen einige der Neuerungen im neuen iPad Betriebssystem den Abstand zwischen Notebook und iPad komplett schrumpfen zu lassen. Kann ich mit dem iPad Pro 2018 wirklich so arbeiten, dass ich mein MacBook damit ersetzen kann?

Insbesondere die Möglichkeit endlich externe Laufwerke und Kameras anschliessen zu können, hat mich davon überzeugt, dass der Schritt nun getan ist. 

So habe ich mir das Gerät gekauft, zuerst noch ohne Tastatur und Pencil. Für mich, als Vielreisenden, waren die kompakten Abmessungen und geringes Gewicht das wichtigste Argument

Klein und leicht ist es tatsächlich für seine 13“ Größe, ganze 630 Gramm bringt das Teil auf die Wage und ist mit 6 Millimetern sehr schön schlank. Das Display stellt extrem scharf und farbecht dar. 

iPad auf dem Sofa

Helle Freude am Display

Auf dem iPad lesen und im Internet surfen ist eine im Wortsinn helle Freude. So manches gedruckte Buch ist unhandlicher. Filme wirken auf diesem Display lebensecht und zusammen mit einem noise cancelling Kopfhörer werden Flüge trotz schreiender Kleinkinder zum Kinoerlebnis. 

Spaß macht das Teil definitiv, doch wie sieht es nun mit ernsthafter Arbeit aus? 
Die native Apple Textverarbeitung Pages läuft auf dem iPad genau so wie auf dem MacBook. Allerdings begrenzt die Bildschirmtastatur den sichtbaren Text sehr stark, was übrigens für andere Anwendungen in gleicher Weise gilt. Mag es in der Textverarbeitung noch angehen, stört die Platzeinbuße bei einer Excel Tabelle noch viel mehr.

bildschirmtastatur

Damit war schon sehr bald eine weitere Ausgabe von 190€ für die Folio Tastatur fällig. Und die hat meinen rundum positiven Eindruck etwas verändert.
 
Sie passt zwar perfekt zum iPad und läßt sich durch einfaches Auflegen geradezu magisch mit dem Gerät verbinden. Auch erlaubt sie zwei Bildschirmpositionen, was insbesondere beim glotzen oder lesen im Bett fantastisch ist. Leider sind die Kanten so scharf geraten, dass sie sich unangenehm anfühlen. Ich fürchte direkt, mir damit irgendwann in den Finger zu schneiden. 

Die Größe des Tastenfeldes entspricht exakt derjenigen auf dem MacBook, doch ein wesentlich geringerer Tastenhub und der weichere Druckpunkt lassen die Folio Tastatur insgesamt schwammig wirken. Ich vertippe mich damit noch öfter als sonst.

Damit nicht genug, wegen der fehlenden Beleuchtung läßt sich beispielsweise nachts im Flugzeug erst gar nicht tippen. Das ist vielleicht auch besser so, denn das deutliche Geräusch, das bei zügigen Schreiben vernehmbar wird, könnte empfindliche Nachbarn stören.

Ohne Tastatur ist das iPad so flach wie ein iPhone…
Mit Tastatur so dick wie ein MacBook Pro

Mit der Tastatur wird das iPad obendrein auch noch so dick wie mein MacBook Pro und bringt über ein Kilo auf die Waage. Gerade mal noch 300 Gramm weniger als das ausgewachsene Notebook. Hier gibts auf jeden Fall keine Pluspunkte für Abmessungen und Gewicht.

Endlich: Externe Datenquellen auf dem iPad nutzen!

Wer sich ein iPad kauft, hat wohl bereits eine Apple ID und einen iCloud Account. Über die Cloud Dienste von Adobe und Apple läßt sich wirklich flüssig auf  Daten zugreifen. Auch mit Dropbox und Microsoft versteht sich das Teil bestens.

Eine gute Internetverbindung vorausgesetzt, fühlt es sich an als wäre alles auf einer internen Festplatte gespeichert. Im Flugzeug, oder bei den Bandbreiten in der deutschen Provinz, habe ich auch schon mal die eine oder andere Datei vermisst. Das Foto konnte ich dann halt gerade mal nicht in den Artikel einfügen… Etwas ärgerlich, doch auch das Notebook hat keine unendlich große Festplatte.

Beim iPad habe ich mich übrigens für die Version mit 256GB Speicher entschieden, wovon noch immer 219,77 GB frei sind. Meine Daten halte ich tatsächlich in der Cloud, deswegen konnte ich am Speicherplatz sparen. 

Doch seit der Einführung von iPad OS lassen sich auch externe Laufwerke anschließen und damit den Speicher beliebig erweitern.

externe daten auf dem iPad

Hier habe ich meine Kamera mit dem USB-C Anschluß verbunden und kann die Bilder in der Dateien App aufrufen. Über den Befehl “Teilen” lassen sich Dateien weiterleiten, oder mit den entsprechenden Apps bearbeiten. Genau so, wie auf meinem Computer kann ich nach dem letzten Update des iPad OS beliebige Speicherorte festlegen:

dateien sichern auf dem iPad

Damit lassen sich auf dem iPad bearbeitete Bilder und Dokumente endlich nach eigenen Vorstellungen ordnen und archivieren. Auch wenn das eigentlich selbstverständlich ist, hat sich Apple mit dieser Öffnung seines iOS Betriebssystems so lange Zeit gelassen, dass es jetzt als Sensation verkauft werden kann. Wir Apple-Jünger sind schließlich eine geduldige und treue Gemeinde.

Das iPad rückt mit der erweiterten Dateien App jedenfalls ein ganzes näher daran, einen Laptop ersetzen zu können.

E-Mail und Bloggen

Auch Apple Mail ist in der iPad Version ein ganzes Stück erwachsener geworden. Im Gegensatz zur mobilen Version lassen sich hier problemlos Anhänge einfügen. Sehr praktisch ist auch eine Funktion, mit der sich Dokumente mit Hilfe der Frontkamera direkt in eine Mail scannen lassen.

handschriftliche Notizen

Wer sich auch noch einen Apple Pencil für ganze 135 Euro gegönnt hat, darf damit nach Herzenslust kritzeln, Skizzen anfertigen, oder gleich von Hand schreiben. Ich brauche es nicht, kann mir aber gut vorstellen, dass es eine sehr sinnvolle Erweiterung für kreative Köpfe ist.

Die Entwickler haben dem iPad ganze fünf Mikrofone gegönnt. Damit lassen sich nicht nur Videos mit echtem Stereoton aufnehmen, sondern es lässt sich auch viel besser Text diktieren als mit dem MacBook. Leider ist die Diktatfunktion nicht über einen Shortcut zu erreichen, sondern muss umständlich über die Bildschirmtastatur aktiviert werden. Hoffentlich wird das in einem der nächsten Updates behoben.

Die Apple Entwickler sind in dieser Hinsicht ohnehin recht fleißig und haben bereits einige Punkte verbessert, die mich in den ersten Wochen noch sehr gestört hatten.

Auch das Bloggen mit WordPress im Browser funktioniert inzwischen mit dem hauseigenen Safari zufriedenstellend. Das Update dieses Artikel ist auf dem iPad geschrieben, flüssig und ohne jedwedes Problem.

Die WordPress App konnte ich noch nicht testen, weil sie sich weigert mit meinem Webhosting zusammenzuarbeiten. Der Zugriff, den sie fordert stellt laut Aussage meines Hosters ein Sicherheitsrisiko dar.

Bildbearbeitung auf dem iPad Pro

Ob mein neues iPad Pro meinen Computer ersetzen kann, hängt für mich auch ganz entscheidend davon ab, wie sich Bilder darauf bearbeiten lassen. Ich verwende zur Korrektur und Archivierung Adobe Lightroom CC und für etwas weitergehende Bearbeitungen Photoshop Express und Photoshop Fix.

Diese Anwendungen machen auf dem iPad deutlich mehr Freude, als auf dem MacBook, was vor Allem daran liegt, dass sich mit dem Pencil viel feiner arbeiten läßt als mit dem Trackpad. Hier ist der Pinsel wirklich ein Pinsel.

Auch die Geschwindigkeit, mit der Änderungen angewendet werden ist verblüffend, fast habe ich den Eindruck, dass das Notebook langsamer ist. Allerdings konnte ich das Tempo noch nicht mit umfangreichen Auswahlen und Ebenen testen.

Endlich kam nun auch die schon 2018 angekündigte iPad Version von Photoshop CC auf das iPad. Bisher hatte ich noch nicht die Zeit, mich tiefer einzuarbeiten. Leider sieht der mobile Photoshop doch sehr anders aus. Viele Funktionen der Desktop Version fehlen auch ganz einfach. So lassen sich etwa Auswahlkanten nicht verfeinern und auch nach einer Funktion Bildgrößen und Auflösungen zu verändern, habe ich bisher vergeblich gesucht. Wie bei allem, werden auch hier Updates Schritt für Schritt den Umfang erweitern.

Fazit: Beides zu haben ist wirklich fein!

Noch kann das iPad Pro einen Computer nicht ersetzen. Noch nicht ganz, jedenfalls. Richtig Punkte sammelt es allerdings beim Display und mit dem Pencil.

Im Bereich Office Anwendungen und Mail liegt das iPad in etwa gleichauf mit dem älteren Gerät. Mit dem neuen Betriebssystem gibt es echtes Multitasking und man kann nach ein bisschen Übung zwischen den Anwendungen hin und her wischen.

Punktabzug gebe ich lediglich für die etwas lieblos ausgeführte Tastatur, welche zudem Volumen und Gesamtgewicht sehr in die Nähe eines vollwertigen Rechners bringt. Ganz besonders ärgerlich deswegen, weil ich nun beide Geräte mitschleppen muss.

Zum Lesen und Surfen möchte ich nämlich nicht mehr auf mein iPad Pro verzichten, für die Bearbeitung von Produktbildern und Videoschnitt brauche ich aber immer noch ein MacBook Pro.

Benedikt Lechner
Benedikt Lechner
LEBENSKÜNSTLER
Seit Jahrzehnten ziemlich sorglos unterwegs und es ist bisher noch immer gut gegangen !

Tschüss, du altes Auto!

Wieder mal liege ich voll im Trend, ich besitze nämlich kein Auto mehr! Nichtmal mehr eines mit Elektroantrieb.

Vor etwas über einer Woche rollte mein schöner alter Mercedes SL 500 vom Hof. Er war der letzte in einer Reihe feiner Autos, die ich mir im Laufe der Jahre gegönnt habe.

Wir hatten eine schöne Zeit zusammen, doch irgendwann passte das Auto in seiner Garage auf Mallorca nicht mehr zu meinem Lebensentwurf. Zeit, sich davon zu trennen. 

Für die Gretas der Welt, würde ich ja nur zu gerne weiter zwei Tonnen Stahl und Aluminium mithilfe eines halben Putzeimers Hubraum mit überhöhter Geschwindigkeit bewegen. Das Problem ist nur: ich habe keine Gelegenheit mehr dazu. Ein Punkt für Greta und ihre Weltrettung.

SL 500 in Andalusien
An einem Wintermorgen in Andalusien

Große Freiheit mit acht Zylindern

Vor fast sechs Jahren sah das ganz anders aus. Es war Anfang Dezember, ich war gerade mal wieder frisch gebackener Single und überlegte, was ich denn nun mit meiner frisch gewonnenen Freiheit anfangen könnte.

So kam ich auf die Idee, mir einen klassischen Grand Turismo zu kaufen und damit einen langen Roadtrip zu unternehmen. Auf einsamen winterliche Landstraßen in Spanien, bis nach Zürich. Dann über das Piemont und die Côte d’Azur zurück nach Mallorca.

Reisepläne
Hurra, heute kaufe ich mir ein Auto!

Mein Wunschauto stand nämlich in der Nähe von Cadiz. Praktisch aus erster Hand, in gutem Originalzustand und mit relativ wenig Kilometern auf der Uhr. Ein echtes Schnäppchen.

Ein paar Sachen einpacken, ein Bündelchen 500 Euro Scheine von der Bank holen und schon ging die Reise über Madrid nach Jerez de la Frontera.

Der Verkäufer holte mich vom Flughafen ab und wir wurden uns schnell einig. Dieser SL war wirklich fast wie neu und startklar für meine Reise.

Am nächsten Morgen begann meine Fahrt über verlassene Landstraßen, durch ein sehr unberührtes, ursprüngliches Spanien.

Roadmovie in Spanien

Straße, Kreuzung, Schloßruine. Irgendwo in Spanien

Spanien verfügte schon früh über ein dichtes Netz von Fernstraßen, da fast der gesamte Güterverkehr darüber lief.

In den 1990er Jahren wurde dann ein ebenso dichtes Autobahnnetz gebaut. Seitdem verfällt die Infrastruktur entlang der Nationalstraßen. Das war die Kulisse für mein europäisches Roadmovie.

Die große Sommerreise

Passt einfach zusammen: Schlosshotel und SL

In einer Stadt mit engen Straßen und noch engeren Parkhäusern bereitet ein Auto nicht viel Freude.

Ein schönes, altes Auto noch viel weniger, denn Spanier haben nicht allzu viel Sinn dafür. Für sie ist es völlig unverständlich, dass sich jemand über einen Kratzer im Lack ärgert. Entsprechend entspannt gehen sie mit ihren – und leider auch fremden – Fahrzeugen um.

Fast nach jedem Ausflug hatte mein SL eine neue Beule, oder Kratzer und war etwas weniger schön. Im Sommer 2016 ließ ich ihn per Transporter nach Berlin schaffen. Zurück ging es mit deutschen Kennzeichen und diesmal ohne Hardtop. 

Die Route führte von Berlin über Polen und Tschechien nach Bayern und von dort aus an die Costa Brava.

Alles ändert sich

SL500 R129
Nicht mehr ganz so schön

Mich zieht es immer weiter in die Ferne, doch mit ganz wenig Ballast. Ein Auto passt einfach nicht ins Handgepäck.

Wenn ich denn mal wieder in Palma bin, bewegt mich meine Vespa viel müheloser durch die Stadt. Der SL steht meist nur noch in der Garage und dafür ist er eigentlich viel zu schade. 

Verkauft!

Da fährt er hin…

Es dauerte noch etwas, bis ich dann tatsächlich eine Anzeige ins Internet gesetzt habe. Erst die näher rückende Aussicht auf eine weiteren Anstieg von Bitcoin und Altcoins  brachte mich dazu.

Das Auto ging gleich an den ersten Interessenten weg, zu meckern gab es außer den Schönheitsfehlern nicht viel. Und auch nach dem obligatorischen Feilschen gab es doch noch mehr, als ich selbst vor über 5 Jahren bezahlt hatte. 

Ob und wann ich mir jemals wieder ein eigenes Auto zulege hängt davon ab, ob ich mal an einem Ort seßhaft werde, wo ich eines brauche. In einer Stadt gehe ich tatsächlich lieber zu Fuß.

Was ist das eigentlich mit diesem Bitcoin?

Heute morgen fand ich diese Message eines alten Freundes aus Kinderzeiten: 

“Ich habe mitbekommen, dass Du auf Bitcoin gesetzt hast. Daher wüsste ich gerne, was Du davon hältst. Ob es wirklich funktioniert und wie viel man zum Einstieg mindestens investieren sollte”

Es ist die so ziemlich klügste Frage, die mir je zu diesem doch etwas komplexen Thema gestellt wurde, denn sie bringt exakt auf den Punkt, worum es den Meisten gehen dürfte. 

Warum ich auf Kryptogeld setze

Zuerst einmal weil ich überzeugt davon bin, dass Kryptowährungen die beste Investmentchance unseres Jahrhunderts sind. Ja mein Freund, hier läßt sich eine ganze Menge Geld verdienen!

Außerdem glaube ich daran, dass wir dank dieser neuen Technologien eine Welt schaffen können, in der mehr Menschen Zugang zu Wohlstand erhalten als jemals zuvor. Kryptogeld erlaubt es Jedem, sein Vermögen selbst zu verwalten und sicher zu verwahren.

Bitcoin ist nur der große Name, den inzwischen jeder schon einmal gehört haben dürfte. Basierend auf der ihm zugrunde liegenden Technologie entsteht darüber hinaus ein ganzes Universum weiterer spannender Lösungen für die verschiedensten Aufgaben.

Mit Hilfe der Blockchain Technologie wäre auch eine wirkliche Demokratie machbar. Ohne deren jetzigem System aus Lobbyisten und korrupten Parteien.

Das Internet des Geldes

blockchain symbol

Bislang war es uns nicht möglich, Zahlungen ohne die Hilfe von Mittelsmännern abzuwickeln. Dank Bitcoin und seiner Konkurrenten werden wir in naher Zukunft Geld per SMS versenden können.

Doch nicht nur das. Wegfallende Bankspesen machen auch die Zahlung von Kleinstbeträgen wirtschaftlich. So könnte ich in Zukunft 10 Cent für die Lektüre dieses Artikels verlangen und diese direkt über deinen Webbrowser abrechnen.

Dank Internet können wir digitale Daten schnell und kostengünstig bereitstellen. Ganz gleich, ob es sich dabei um Nachrichten, Dokumente, Musik oder Filme handelt. Allein die Bezahlung für diese Dienste blieb bisher an die alten Systeme gebunden.

Im Zusammenspiel von Internet und Kryptowerten werden die Nachfolger von Apple, Facebook und Netflix entstehen. Ganz zu schweigen von den gigantischen Umwälzungen, die dem Finanzwesen bevorstehen. Von der Kreditvergabe bis hin zur Beteiligung an Unternehmen werden wir in den nächsten zehn Jahren einige Revolutionen erleben.

Dank der oben erwähnten Mikrozahlungen wird es sogar möglich sein, dass Dein Kühlschrank automatisch Bier bestellt, während Dein Auto Daten über die aktuelle Verkehrslage an Google Maps (oder an dessen Nachfolger) verkauft.

Neues Geld für die Welt

Vor gut hundert Jahren haben die Regierungen der Welt das Geld ihrer Bürger entwertet, indem sie seine Golddeckung aufgehoben haben. Das erlaubte ihnen, mehr oder weniger beliebig neues Geld zu schaffen, um damit das größte Gemetzel der Menschheitsgeschichte zu finanzieren. Ich kann mir kein größeres Verbrechen vorstellen.

Nach diesem Ersten Weltkrieg vernichteten die Inflation in Deutschland und die erste von mehreren Weltwirtschaftskrisen in den USA unzählige Vermögen. Auf die kurze Blütezeit der “Belle Epoque” um die Jahrhundertwende folgte eine Zeit des Elends. Kriegerische Konflikte, Geldentwertung und die schleichende Enteignung des Großteils der Bevölkerung durch Nullzinsen setzen sich bis heute fort.

Bitcoin wurde nach der letzten Finanzkrise von 2008 als Alternative zu diesem korrumpierbaren Zentralbankgeld geschaffen.

Es kann nie mehr als 21 Millionen Stück davon geben, er ist also nicht inflationierbar. Geschaffen wird er mittels komplexer Rechenaufgaben in einem dezentralen Computernetzwerk, an dem Jeder teilnehmen kann. Keine zentrale Instanz und keine Regierung kann ihn beeinflussen oder verbieten.

Mit Bitcoin ist es möglich ein Millionenvermögen auf einem Smartphone aufzubewahren, oder sogar durch Auswendiglernen einer Folge von Wörtern im Kopf zu behalten.

Kryptowährungen geben der Menschheit die Chance, sich von schlechtem Geld und dem daraus resultierenden permanenten Konsumzwang zu befreien.

Bitcoin ist noch keine App!

Bitwala bitcoin Exchange

Das ganze Ökosystem steckt noch in seinen Kinderschuhen und Pionier zu sein war noch nie ganz einfach. Doch zum Ausgleich für die Mühen des Lernen und Experimentierens machen Pioniere die höchsten Gewinne.

Um Deinen ersten Bitcoin (oder einen Bruchteil davon) zu kaufen, musst Du zuerst jemanden finden, der Dein Regierungsgeld dafür in Zahlung nimmt. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe solcher sogenannter Exchanges. Bitwala macht diese Aufgabe besonders einfach und bietet ausserdem eine Mastercard Debitkarte, mit der Du Deine Bitcoin überall ausgeben kannst.

Allerdings stellten sie mir nach einigen Wochen Fragen danach, wie hoch mein Vermögen in Kryptogeld sie und baten um Nachweise, dass dieses auch ehrlich erworben wurde. Ich habe daraufhin das Konto wieder gekündigt und empfehle uneingeschränkt Coinbase Pro.

Persönlich habe ich nur 6% meines Kapitals in Bitcoin investiert, den Rest in ein Dutzend sogenannter Altcoins. Um sie zu kaufen muss der frisch erworbene Bitcoin an andere Börsen transferiert werden, was mich bei den ersten paar Malen ganz schön ins Schwitzen gebracht hat.

Dann geht es darum zu wissen, in welche Projekte Du Dein Geld investieren willst. Am Altcoin Markt tummeln sich inzwischen 3.000 verschiedene Coins und ich gehe vorsichtig davon aus, dass 95% davon entweder glatter Betrug, oder sonstwie zum baldigen Untergang verdammt sind.

Entweder Du steigst voller Elan ein in den Lernprozess, oder Du suchst Dir einen Berater, der Dich sicher durch die Gefahrenzonen begleitet.

Gewinn und Verlust

bitcoin chart

Ich habe meine ersten Bitcoin im November 2016 zu einem Kurs von rund 700€ gekauft. Gerade eben ist ein Bitcoin rund das Zehnfache dessen wert und selbst am bisherigen Tiefpunkt hätte ich noch immer 400% der eingesetzten Summe gehabt. Wer dagegen im Dezember 2018 bei €15.000 gekauft hat, darf noch etwas warten, bis er ohne Verlust aus der Sache herausgehen kann.

Natürlich habe ich diese ganze Achterbahnfahrt nicht mitgemacht, sondern die meisten Coins noch vor ihrem Höchststand im Dezember 2018 verkauft. Jetzt beginne ich so langsam damit, wieder einzukaufen.

Kryptogeld ist eine hoch spekulative Anlage und muss mit großer Vorsicht gehandhabt werden. Wenn Du gewinnen willst, musst Du Dich jeden Tag damit beschäftigen. Das war aber auch bei den guten alten Aktien schon so.

Mit wie viel du einsteigen solltest ist daher leicht zu beantworten: Investiere so viel, wie du guten Gewissens bereit bist zu verlieren.

Bei mir ist das eine ganze Menge, denn ich bin mir sicher, dass ich sie nicht verlieren werde. Ich habe gute Informationsquellen und handle auch danach.

Lust zum Einsteigen? Ich teile mein Wissen auch gerne mit Dir!

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