Ich schreibe nicht, weil ich glaube, Antworten zu haben. Ich schreibe, weil ich seit vielen Jahren versuche, mir die richtigen Fragen zu stellen.
Mein Leben verlief nicht geradlinig. Vor rund dreißig Jahren faszinierte mich das Internet. Ich hatte das Gefühl, dass hier etwas völlig Neues entstand, und beschloss, mich darauf einzulassen. Aus einem kleinen Versandhandel wurde ein internationales Online-Unternehmen. Die Jahre des Dotcom-Booms eröffneten Möglichkeiten, von denen ich zuvor nicht einmal geträumt hatte.
Später begegnete mir Bitcoin – und wieder hatte ich das Gefühl, am Anfang einer Entwicklung zu stehen, die unsere Welt verändern würde. Diese Überzeugung hat mein Leben ein zweites Mal geprägt.
Finanzielle Unabhängigkeit war für mich nie das eigentliche Ziel. Sie ist vielmehr die Freiheit, neugierig bleiben zu können. Die Freiheit, Zeit nicht gegen Geld tauschen zu müssen. Freiheit, monatelang zu reisen, andere Kulturen kennenzulernen, mich für Fotografie, alte Uhren, Philosophie oder Meditation zu begeistern. Völlig zweckfrei – einfach nur deshalb, weil ich es möchte.
Geld löst viele Probleme, es beantwortet aber nicht die wichtigste Frage: Wofür stehst du morgens auf? Noch mehr Geld halte ich für die ganz falsche Antwort.
Heute verbringe ich einen Teil des Jahres in Barcelona, den Winter meist in Mexiko und den Rest auf Reisen. Mein Zuhause ist weniger ein Ort als die Möglichkeit, dort zu sein, wo ich gerade sein möchte.
Warum schreibe ich also?
Weil ich entdeckt habe, dass Gestalten glücklicher macht als Konsumieren. Ich fotografiere noch immer sehr gern – inzwischen nur noch mit dem iPhone –, ich lese, beobachte und schreibe Essays über die kleinen und großen Dinge, die mir auffallen. Paris kann dabei genauso zum Thema werden wie die Stoiker, Bitcoin, ein gutes Mittagessen oder die Frage, was ein gelungenes Leben eigentlich ausmacht.
Es geht mir nicht darum, anderen zu erklären, wie sie leben sollen. Ich teile lediglich meine Erfahrungen, meine Irrtümer und die Gedanken, die daraus täglich enstehen.
Wenn dabei der eine oder andere Leser eine Idee mitnimmt, die das eigene Leben ein wenig freier, gelassener oder bewusster macht, dann hat sich das Schreiben für mich doppelt gelohnt.