Steuern sind kein Raub – aber Erpressung

„Gib mir 40% oder wir sperren dich ein!“

Die meisten Menschen wären empört, wenn ein Typ im Jogginganzug vor ihrer Tür stünde und sagte: „Schönes Geschäft hast du da. Wäre doch wirklich schade, wenn da was passiert. 40% vom Gewinn, jeden Monat. Dann passen wir auf dich auf.“ Das wäre Schutzgelderpressung, klar. Kriminell. Verwerflich.

Doch was ist, wenn dir ein Finanzbeamter ein Formular mit 37 Seiten vorlegt, in dem du deine Einkünfte offenlegen musst, damit er daraus ermitteln kann, wie viel du davon abgeben musst? Das ist dann plötzlich deine Bürgerpflicht. Dann bist du der Kriminelle, wenn du auch nur ein paar Euro verschweigst.

Willkommen in der größten kognitiven Verzerrung der modernen Gesellschaft.

Die Mafia mit Flagge

Der US-amerikanische Ökonom Murray Rothbard hat es auf den Punkt gebracht: Der Staat ist strukturell identisch mit organisiertem Verbrechen. Nicht metaphorisch. Nicht poetisch. Sondern analytisch präzise.

Schauen wir uns die Checkliste an:

✓ Erzwungene Zahlung ohne echte Zustimmung
✓ Gewaltandrohung bei Verweigerung
✓ Monopolistische Kontrolle über ein Territorium
✓ Verbot konkurrierender Anbieter
✓ Ideologische Rechtfertigung der eigenen Gewalt

Das ist nicht die Beschreibung des Staates. Das ist die Beschreibung der Cosa Nostra. Der Unterschied? Die Cosa Nostra weiß, dass sie ein Verbrechersyndikät ist.

Der Staat hat Schulbücher, Nationalhymnen und eine Armee von Philosophen, die dir erklären, warum es gut für dich ist, dass du erpresst wirst. Er bietet dir ja schließlich Schutz.

Nietzsche hatte recht: Das kälteste aller Ungeheuer, das lügt

Nietzsche nannte den Staat das „kälteste aller kalten Ungeheuer“ – und er fügte hinzu: Es lügt. Es lügt kalt.

Die größte Lüge? „Ich, der Staat, bin das Volk.“

Das ist die Meisterleistung der Täuschung. Der Staat behauptet nicht einfach, dich zu regieren. Er behauptet, du selbst zu sein. Wenn der Staat dich besteuert, bestiehlst du dich quasi selbst. Wenn der Staat dich einsperrt, sperrst du dich selbst ein. Wenn der Staat Krieg führt, führst du Krieg.

Diese Identifikation ist so absurd wie genial. Stell dir vor, die Mafia würde sagen: „Wir sind nicht die Mafia. Wir sind du. Wir sind die Gemeinschaft. Wenn wir dein Geld nehmen, nimmst du es dir selbst. Aus Solidarität.“

Niemand würde das glauben. Aber beim Staat? Da nicken alle brav.

Warum kalt? Weil die Mafia wenigstens noch menschlich ist. Don Corleone hat Emotionen. Er kennt Loyalität, Ehre, sogar eine gewisse brutale Ehrlichkeit. Wenn Don Corleone dir sagt „Gib mir das Geld oder ich breche dir die Beine“, dann weißt du wenigstens, woran du bist.

Der Staat? Der Staat ist eine perfekt geölte Maschinerie aus Formularen, Paragrafen und uniformierten Menschen, die „nur ihren Job machen“. Der Staat nimmt dir die Hälfte deines Einkommens und nennt es Solidarität. Er sperrt dich ein und nennt es Rechtsstaat. Er führt Krieg und nennt es Friedensmission.

Die Menschen, die deine Existenz vernichten, tun es mit sachlicher Höflichkeit. Die übelsten Drohungen beginnen mit. „Sehr geehrte(r) Frau / Herr…“ Und sie tun es mit ruhigem Gewissen. Wenn Gewalt und Enteignung zum Verwaltungsakt wird, schlafen die Erfüllungsgehilfen mit dem sanften Gefühl, nur ihre Pflicht getan zu haben.

Und die kälteste Lüge von allen: Es nennt sich Demokratie und behauptet, du hättest das alles gewählt. Du hast gewählt, also hast du zugestimmt. Dass du zwischen Scheiße und Kacke wählen durftest, macht es angeblich legitim.

Die geniale Leistung des Staates ist nicht seine Gewalt – Gewalt kann jeder Bandit. Die geniale Leistung ist die Internalisierung. Der Staat hat es geschafft, dass du freiwillig gehorchst. Dass du deine Unterwerfung als Pflicht empfindest. Dass du sogar bereit bist, für ihn zu sterben.

Für eine Fahne. Für Linien auf einer Landkarte. Für Politiker, die dich nicht mal kennen.

Wenn das keine Gehirnwäsche ist, dann weiß ich nicht, was Gehirnwäsche sein soll.

Hegel: Der Hofphilosoph der Macht

Und dann kommt Hegel daher – der intellektuelle Cheerleader des Staates – und erklärt uns, dass der Staat eigentlich die „Verwirklichung der Freiheit“ ist.

Ich wiederhole: Der Staat, der dich ins Gefängnis wirft, wenn du nicht zahlst, ist die Verwirklichung deiner Freiheit.

Das ist so absurd, dass es schon wieder genial ist. Orwell hätte es nicht besser formulieren können: Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Steuern sind Selbstverwirklichung.

Hegels Trick ist simpel: Er definiert „wahre Freiheit“ einfach um. Wahre Freiheit ist nicht, zu tun was du willst. Wahre Freiheit ist, zu tun was der Staat will. Und wenn du das nicht freiwillig tust, zwingt er dich eben dazu. Zu deinem eigenen Besten, versteht sich.

Das ist die perfekte Rechtfertigung jeder Diktatur: Wir unterdrücken dich nicht, wir befreien dich! Du bist nur zu dumm, um das zu erkennen.

Die Schutzgeld-Analogie ist keine Analogie

Hier wird es interessant: Die meisten Leute denken, der Vergleich mit Schutzgelderpressung sei eine Übertreibung. Eine polemische Zuspitzung.

Ist es nicht.

Schutzgelderpressung:
„Gib mir 30% deines Umsatzes, oder ich zerstöre dein Geschäft.“

Staat:
„Gib mir 40% deines Einkommens, oder wir pfänden dein Konto und sperren dich ein.“

Wo ist der Unterschied?

„Aber der Staat bietet doch Schutz!“

Tut die Mafia auch. Und zwar ziemlich effektiv. Niemand wird dein Restaurant überfallen, wenn bekannt ist, dass du unter dem Schutz der Familie Gambino stehst.

Der Witz ist: Die Mafia schützt dich (auch) vor anderen kriminellen Banden. Der Staat schützt dich hauptsächlich vor… anderen Kriminellen und – anderen Staaten. Die größte Bedrohung für dein Leben und dein Eigentum kommt historisch gesehen vom Staat selbst. Kriege, Enteignungen, Massenmord – es waren staatliche allesamt Leistungen.

„Aber der Staat ist demokratisch legitimiert!“

Ach ja? Wann habe ich diesem System zugestimmt? Wann habe ich unterschrieben? Die Tatsache, dass ich in einem bestimmten Territorium geboren wurde, kann keine Verpflichtung begründen. Sonst wäre auch Leibeigenschaft legitim – die wurde schließlich auch nicht individuell vereinbart.

Und selbst wenn 51% der Bevölkerung für etwas stimmen: Seit wann rechtfertigt eine Mehrheit Raub? Wenn drei Leute demokratisch abstimmen, den vierten auszurauben, ist das dann okay?

„Dann wander doch aus!“

Das ist das Argument des Erpressers: „Wenn es dir nicht passt, verlass die Stadt.“ Warum sollte ich gehen und nicht der, der mich beraubt? Und wohin soll ich gehen? Überall gibt es Staaten. Das ist, als würde die Mafia sagen: „Wenn dir unsere Familie nicht passt, geh doch zur anderen Familie.“

Hört sich blöd an, doch es ist tatsächlich die einzige Chance. Jede neue „Familie“ wird dich auch erpressen, doch viele Familien geben sich mit wesentlich weniger zufrieden, als die BRD.

Die einzige echte Verschwörungstheorie

Weißt du, was die wirklich große Verschwörungstheorie ist? Nicht die Illuminati. Nicht die Echsenmenschen. Nicht einmal das Weltwirtschaftsforum.

Die große Verschwörungstheorie ist der Glaube, dass es einen qualitativen Unterschied gibt zwischen staatlicher Gewalt und privater Gewalt. Dass dieselbe Handlung – Eigentum unter Gewaltandrohung wegnehmen – plötzlich moralisch wird, wenn jemand eine Uniform trägt und eine Fahne dahinter weht.

Das ist magisches Denken. Das ist mittelalterlicher Aberglaube im modernen Gewand. Das göttliche Recht der Könige wurde abgeschafft, aber das göttliche Recht des Staates lebt weiter.

Die Verschwörungstheoretiker suchen nach geheimen Eliten, die im Verborgenen die Welt regieren. Dabei läuft alles offen ab. Die Elite nennt sich Regierung. Die Herrschaft läuft im Livestream. Die Enteignung heißt Steuerbescheid.

Es gibt keine Verschwörung. Es gibt nur den Staat. Und Konzerne, die mit ihm verschmelzen. Aber das ist keine Verschwörung – das ist Business as usual. Und dieses Business ist brutal und schmutzig. Du traust kriminellen Kartellen jede Schweinerei zu. Warum wunderst du dich darüber, wenn sich die legalen Kartelle ähnlicher Methoden bedienen?

Was bleibt?

Ich erwarte nicht, dass dieser Artikel irgendjemanden überzeugt. Die Konditionierung ist zu tief. Zwölf Jahre Schule, in der dir beigebracht wird, dass der Staat gut und notwendig ist. Ein Leben lang Nachrichten, die selbstverständlich davon ausgehen, dass „wir“ mehr Geld „brauchen“ für dies und das – als ob der Staat und die Gesellschaft dasselbe wären.

Aber vielleicht – nur vielleicht – hast du beim Lesen kurz gezögert. Vielleicht kam für einen Moment der Gedanke: „Hm, stimmt eigentlich. Warum ist das okay, wenn die es machen, aber nicht wenn ich es mache?“

Das ist der Anfang.

Der Anfang der Erkenntnis, dass der Kaiser nackt ist. Dass die größte Schutzgelderpressung der Geschichte nicht im Hinterzimmer einer Pizzeria stattfindet, sondern im Parlament. Mit Kameras. Mit Livestream. Durch demokratische Beschlüsse.

Und wenn du das einmal erkannt hast, kannst du es nicht mehr vergessen.

Dann weißt du: Das kälteste aller Ungeheuer lügt dir jeden Tag ins Gesicht. Und du hast es so lange geglaubt, dass es sich wie Wahrheit angefühlt hat. Es ist so irre, dass du an deinem eigenen Verstand zweifeln möchtest. Denke ich falsch, oder Milliarden braver Bürger?

Dann bist du frei – zumindest im Kopf. Und das ist immerhin ein Anfang.


Ich habe mich übrigens dafür entschieden, die „Stadt“ zu verlassen und dafür zu sorgen, dass die Paten meiner neuen Städte erst gar nicht erfahren, dass es mich gibt. Das funktioniert seit einem Vierteljahrhundert.